AB 14
SPIROU ODER: DIE HOFFNUNG, TEIL 2
Emile Bravo

Endlich! Der zweite Teil des genialen Spirou&Fantasio-Abenteuers ist erschienen – und schließt nahtlos an das Ende des ersten an. Fantasio, der verrückte Chaot, hat tatsächlich einen Arbeitsvertrag mit einer deutschen Firma abgeschlossen und sitzt schon im Zug, als Spirou und der Zufall es in letzter Minute schaffen, ihn dort wieder herauszuholen. Doch im von Deutschland besetzten Belgien herrscht Hunger, der Winter naht und das Geld ist ohne Arbeit knapp. Spirou macht sich Sorgen um seine Freundin Kassandra, die offensichtlich in einem Lager in Polen ist, während Fantasio sich verliebt, und auch Spirous Freunde Felix Nussbaum und seine Frau Felka werden immer nervöser. Die Deutschen erlassen jetzt auch in Belgien ihre Judengesetze und nicht einmal die Kinder, um die sich Spirou immer wieder kümmert, sind davor geschützt. Als Felix und Felka versuchen, gefälschte Ausweise zu besorgen, zeigt sich, wie schwierig es ist herauszufinden, wem man noch trauen kann...

Emile Bravo: Spirou oder: die Hoffnung, Teil 2. Carlsen Verlag 2019, 14.- €

BLACKBIRD
Matthias Brandt

Motte weiß nicht, wie er mit der Krankheit seines besten Freundes Bogi umgehen soll, der plötzlich zum Non-Hodgkin-Bogi geworden ist. Alles andere ist eigentlich nicht so wichtig – seine Eltern, die sich trennen, Jaqueline Schmiedebach, die ihm gar nicht mehr aus dem Kopf geht und dann plötzlich einen englischen Austauschschüler küsst, Jan und Walki, die eigentlich immer eher Kumpel gewesen sind und nun die Position von Freunden übernehmen müssen, seine Lehrer -  Kommandobrüller oder Weicheier - aber dann doch auch unbedingt wichtig, vor allem Steffi, die Schonsteinfegerin. Und erst recht weiß Motte nicht, wie er nach Bogis Tod ohne ihn weiterleben soll. Geht das überhaupt?
Dieselbe Frage stellt man sich bei und vor allem nach der Lektüre dieses wunderbaren Romans: Wie kann man so witzig und lässig schreiben und gleichzeitig so unglaublich traurig? Brandt kann’s – und noch viel mehr: In der Geschichte steckt das ganze Leben, die ganze Welt.

Matthias Brandt: Blackbird. Kiepenheuer&Witsch 2019, 22.- €

DIE STILLE ZWISCHEN DEN SEKUNDEN
Tania Witte

Mara verpasst die U-Bahn nach Hause knapp – die U-Bahn, in der nur Minuten später mehr als 100 Menschen durch einen Anschlag in den Tod gerissen werden. In der Schule ist sie „das Mädchen, das überlebt hat“, was sie ziemlich kalt lässt, einige Gesichter der Menschen, die sie in der Bahn noch gesehen hat, gehen ihr jedoch nicht aus dem Kopf. Doch mehr noch ist Mara irritiert von ihrer besten Freundin Sirîn. Die scheint von ihren Eltern Hausarrest bekommen zu haben, weil aufgeflogen ist, dass sie manchmal nachmittags mit Jungs unterwegs ist. Die Eltern sind strenge Muslime und je weniger Sirîn sich meldet, desto mehr hat Mara den Verdacht, dass irgendetwas nicht stimmt. Ob Sirîns Eltern sie zurück in den Irak schicken wollen, vielleicht sogar zwangsverheiraten?

Bis zum Ende ahnt man nicht, was wirklich gespielt wird bzw passiert ist, die Situation ist überzeugend bedrückend, psychologisch dicht und vielschichtig. Sehr beeindruckend!

DUNKLES GOLD
Mirjam Pressler

Auch wenn es in jeder Rezension stehen wird: „Dunkles Gold“ ist ein Vermächtnis. Und was

für eins. Denn es verbindet nicht nur die beiden wichtigsten Erzählthemen Mirjam Presslers,

der Grande Dame der deutschen Kinder- und Jugendliteratur und kongenialen Übersetzerin

aus dem Hebräischen, Niederländischen und Englischen: nämlich Geschichten über Kinder

und Jugendliche, die ihr Leben unter schwierigen und schwierigsten Umständen meistern müssen, mit Aspekten jüdischer Geschichte und Identität in Deutschland. Vor allem aber spannt sie im Wissen um ihren eigenen nahen Tod – Pressler verstarb im Januar dieses Jahres nach langer Krebserkrankung, „Dunkles Gold“ ist nun posthum erschienen – den historischen Bogen von der Judenverfolgung im Mittelalter zum Antisemitismus von heute mit einer klaren Botschaft: Auch 300 Jahre nach der Aufklärung und mehr als sieben Jahrzehnten nach dem Holocaust ist ein „Nie wieder!“ keineswegs sicher, aber möglich, zumindest da, wo Menschen sich respektvoll begegnen und Fragen, Empfindlichkeiten und Probleme – „Fettnäpfchen“, wie es im Buch heißt – nicht totschweigen, sondern offen ansprechen und im Dialog klären.

Aber zum Buch, das wie alle Bücher Presslers spannend, berührend und einfach supergut

geschrieben ist: „Dunkles Gold“ erzählt die Geschichten zweier etwa fünfzehnjähriger

Mädchen aus Erfurt auf zwei verschiedenen Zeitebenen: auf der mittelalterlichen geht es um Rachel, die 1349 vor der Pest und der damit einhergehenden gewaltsamen Verfolgung der Juden mit ihrem Vater und ihrem Bruder aus Erfurt Richtung Polen fliehen muss. Den Familienschatz – Rachels Vater übt als Geldverleiher einen der wenigen von den deutschen Fürsten geduldeten Beruf für Juden aus – lassen sie gut versteckt zurück. Denn „reiche Juden leben gefährlich“, so Rachels Vater, und wenn die Gefahr erst einmal vorüber sei, solle der Schatz den Neubeginn sichern. Die Gegenwartsebene erzählt von der einzelgängerischen, aber zeichnerisch hochbegabten Laura, die allein mit ihrer Mutter lebt, einer Archäologin und Kunsthistorikerin, die den realen „Erfurter Schatz“ erforscht, einem jüdischen Nachlass, der 1998 als Sensationsfund entdeckt wurde und aufgrund seiner Münzen um das Jahr 1349

datiert werden konnte. Obwohl Laura oft genug von ihrer Mutter und ihren immerwährenden Geschichten rund um den „Schatz“ genervt ist, fragt sie sich, welche Schicksale wohl hinter dem Schatz stecken und beginnt, die Geschichte Rachels als Graphic Novel zu zeichnen. Dazu braucht sie aber noch mehr Wissen über das Judentum und das hofft sie ausgerechnet bei Alexej, „dem Russen“, zu finden, der unbedingt in der Schule geheim halten will, dass er Jude ist…

Man braucht als Leser keine historischen Vorkenntnisse, um sich in den beiden

Erzählsträngen zurechtzufinden, denn Pressler erzählt so lebens- und wirklichkeitsnah, dass

einem das Mittelalter zwar fern erscheinen mag, aber keineswegs fremd. Und die

Judenfeindlichkeit in der Gegenwart, die jederzeit auch im engsten Freundeskreis auftreten kann, ist dezent, nicht in grellen Farben beschrieben, und hat daher einen umso größeren Wiedererkennungseffekt. Mirjam Presslers Vermächtnis ist ein spannendes, realistisches und trotzdem hoffnungsvolles und absolut aktuelles Plädoyer für die Mitmenschlichkeit, das hoffentlich viele – und nicht nur jugendliche – Leser findet!

(Ute Bakus)

DIESER WILDE OZEAN, 
DEN WIR LEBEN NENNEN
Elisabeth Steinkellner

Antonia und Simon kennen sich nicht und haben doch mehr gemeinsam, als sie ahnen: Beide haben ein Geheimnis, das ihnen auf der Seele lastet, beide wissen, dass es Zeit wird, sich zu öffnen, zu reden, zu leben. In diesen kalten, grauen Februartagen erkennen sie, dass sie ihr Leben in die Hand nehmen können, dass sie es ändern können – und sie tun es. Antonia bricht ihre Mauer aus Schweigen, Trauer und Wut und geht auf ihren Freund zu. Simon sucht seine Liebe und wird mutig, beginnt, zu sich zu stehen.

Sehr stimmungsvoll, dicht und authentisch.

WAS WIR NICHT WOLLTEN
Daniel Höra

Hier stimmt wirklich gar nichts. Der Beginn der Geschichte, in dem  fünf Teenager zwischen 13 und 14 Jahren, die normalerweise abhängen und chillen, plötzlich geradezu besessen sind von der Idee, einen Garten anzulegen, befremdet schon ein wenig. Am Ende des Buches kann man lesen, dass diese Ausgangsidee aus der eigenen Erfahrungswelt des Autors stammt. Da soll mir noch mal einer kommen mit dem Spruch „Das Leben schreibt die besten Geschichten“. Dass die Jugendlichen sich dabei in peinlichen Versen anrappen, wenn sie miteinander reden, ist in etwa so glaubwürdig wie die Tatsache, dass der 13-jährige Protagonist und Ich-Erzähler stets ein anthropologisch-philosophisches Buch dabei hat, aus dem er auch dauernd kommentiert. Abgesehen davon produziert der Junge sonst nur Kitsch oder klugscheißt herum („Aber so war das wohl, dieser Zustand, den man Erwachsenwerden nannte.“)

Was dann folgt, wirkt konstruiert und künstlich und stark beeinflusst von Janne Tellers Nichts – nur ohne die Tiefe, Dichte und Konsequenz der Geschichte auch nur ansatzweise zu erreichen. Die Jugendlichen werden aus dem Garten von einer Anwohnerin vertrieben und wollen sich an ihr rächen, indem sie ihren behinderten Sohn ein paar Stunden entführen. Dann tritt Heiner auf, ein älterer zynischer Loser, der die Chance sieht, ein bisschen Geld zu machen, indem er die Gruppe erpresst. Das klappt hervorragend, weil die Jugendlichen immer genau nach dem Textbuch der Anthropologin agieren, mit dem der Protagonist dann wiederum ihre Verhaltensweisen erklärt, damit der Leser auch ja alles versteht. Natürlich zitiert Heiner zwischendurch ein bisschen Nietzsche und rastet am Ende aus. Doch die Freunde besinnen sich, halten plötzlich wieder zusammen und überwältigen gemeinsam den Feind. Dann beichten sie alles („Aber was sollte das Gejammer? Man kann ja im Leben nicht immer nur den Rahm von der Sahne schöpfen.“). Und dann gibt es doch ungelogen für jeden einzelnen ein happy end, einschließlich Heiner (nach dem Verlust eines Beines) und dem behinderten Jungen, der als Künstler aus der Geschichte hervorgeht. Die ganze Sache wird mehr oder weniger als Dumme-Jungen-Streich abgetan, es gibt keine Erklärung, Auflösung oder Verurteilung. Unfassbar.

DAS ENDE IST ERST DER ANFANG 
Chandler Baker

Nur einen Menschen darf man an seinem 18. Geburtstag von den Toten wieder auferstehen lassen, Ausnahmen gibt es nicht. Lake, die in knapp vier Wochen 18 wird, hat seit langem ihre Wahl getroffen – bzw. ihre Familie hat es für sie getan. Ihr Bruder Matt ist seit einem Unfall schwerstbehindert und so wurde ausgemacht, dass er kurz vor ihrem Geburtstag „aus Versehen“ stirbt und sie ihn dann gesund auferstehen lässt. Dann jedoch passiert das Unfassbare: Bei einem Autounfall kommen ihre beste Freundin und ihr Freund ums Leben. Das ändert alles – oder?

Eine tolle Idee, eine spannende Geschichte, die (so) noch nicht erzählt wurde – das findet man bei so einer Menge gelesener Bücher nicht mehr oft. Hier ist sie: Ein utopisches Element (die Möglichkeit der „Resurrection“), das in einen ganz normalen realistischen Jugendroman eingebaut ist, und die Möglichkeit bietet, ein komplexes psychologisches Problem zu thematisieren (darf ich Gott spielen?). Das steht jedoch gar nicht unbedingt im Vordergrund, dazu kommen immer wieder unerwartete Wendungen, die den psychologischen Aspekt, spannende und überraschende Komponenten hinzufügen. Die Personen sind vielschichtig und entwickeln/verändern sich. Und die Autorin hat den Mut, nicht alle problematischen Situationen am Ende aufzulösen. Richtig gut! 

DIE UNERKLÄRLICHE LOGIK MEINES LEBENS
Benjamin Alire Sáenz

Dies ist eins von den Büchern, die einerseits lange nachwirken, andererseits schwer zusammenzufassen sind. Es passiert zwar einiges in diesem letzten Schuljahr von Salvador – genannt Sal oder Sally – und seiner besten Freundin Sam, doch will man es erzählen, bleibt nur Düsternis: Sams Mutter stirbt bei einem Unfall, Sals Großmutter stirbt  an Krebs (so wie auch seine Mutter an Krebs starb, als er drei war) und einen Freund (Fito) holen die beiden erst von der Straße, nur damit dann auch noch dessen Mutter stirbt. Das klingt wirklich schrecklich und übertrieben – doch die Ereignisse sind in einen Erzähl- und Gedankenfluss Sals, der so authentisch und richtig rüberkommt (bis auf die Übersetzung, leider), und in so viele herrliche, oft witzige Gespräche zwischen Sam, Sal und Sals Vater integriert, dass man nichts daran auszusetzen hat. Das Leben ist so, und Sal – ebenso wie Sam und Fito – haben das unglaubliche Glück, nicht nur sich gegenseitig, sondern vor allem Sals Vater zu haben, der ein außergewöhnlicher Mensch ist. Und so lernen und wachsen sie in diesem Jahr, und der Leser darf erstaunt und beglückt teilnehmen an diesem wunderbaren Prozess.

THE HATE U GIVE
Angie Thomas

Starr lebt ein zweigeteiltes Leben: Sie kommt aus einem heißen schwarzen Viertel, in dem Gangs sich Kämpfe liefern, Drogen gehandelt werden und man nicht selten um sein Leben fürchten muss. Ihre Eltern haben sie und ihre Geschwister aber auf eine Privatschule außerhalb des Viertels geschickt. Dort verheimlicht – verleugnet? – Starr ihre Heimat, sie hat es als eines der wenigen schwarzen Schüler sowieso nicht leicht. Angefangen mit der Sprache bis zu den Freunden: Starr hält beide Welten streng auseinander. Bis sie dabei ist, als ein schwarzer Freund von ihr von einem weißen Polizisten erschossen wird. Lange versucht sie noch, sich rauszuhalten, doch dann merkt sie: So kann es nicht weitergehen…

ENDLAND
Martin Schäuble

Anton steht voll hinter der Partei Nationale Alternative und ist der Meinung, dass Deutschland komplett dichtmachen und keine Flüchtlinge mehr ins Land lassen sollte. Er ist überzeugter Soldat, der die Grenzen schützt. Sein Freund und Kamerad Noah sieht das anders, kritisiert, zweifelt, hinterfragt. Als Anton einen geheimen Auftrag bekommt, trennen sich ihre Wege. Gleichzeitig kommt Fana, eine junge Äthiopierin, die vor dem Hunger und der Zukunftslosigkeit flieht, nach Deutschland. Sie landet in dem letzten noch bestehenden Flüchtlingslager. Dort treffen Anton und Fana aufeinander, Anton trifft eine folgenschwere Entscheidung, und plötzlich ist auch Noah nicht mehr weit…

Sehr spannend und hochaktuell ohne reißerisch oder oberflächlich zu sein.

BOY IN A WHITE ROOM
Karl Olsberg

Als Manuel erwacht – hat er geschlafen? -, befindet er sich in einem weißen Raum ohne jegliche Konturen. Ohne Erinnerung, wie er dorthin gekommen ist – wer er? Wohin? Er ist nur Bewusstsein, Verstand, er fühlt, riecht, tastet nichts, wo ist sein Körper? Mit Hilfe seiner (seiner?) Stimme kann er jedoch Alice, ein Programm aufrufen, das ihm Zugang zum Internet ermöglicht. Langsam erfährt er, dass sein Vater ihm nach einem Überfall das Leben gerettet hat, indem er sein Gehirn direkt mit einem Computer verbunden hat. Sein Leben? Was ist das, und vor allem, was ist es wert? Manuel fragt und forscht, versucht, sich zu erinnern und kämpft für etwas, was sich vielleicht etwas mehr wie richtiges Leben anfühlt. Doch die Welten sind nicht klar zu trennen und was ist überhaupt Wirklichkeit? Was Wahrheit?

DER LÜGENBAUM
Frances Hardinge

„Ein Mädchen kann weder so mutig noch so klug und geschickt sein wie ein Junge.“ England im viktorianischen Zeitalter. Darwins Lehren sind schon bekannt, aber noch glauben viele Menschen den naturwissenschaftlichen „Beweisen“, dass Frauen dümmer sind als Männer (immerhin haben sie kleinere Köpfe und die Intelligenz eines Menschen steht in direktem Zusammenhang zur Schädelgröße!). Die vierzehnjährige Faith hadert mit dem ihr zugedachten Schicksal, wird ihr ihr kleiner, nicht eben sonderlich intelligenter Bruder, doch immer vorgezogen. Als die Familie Hals über Kopf ins Pfarrhaus einer kleinen Insel übersiedelt, weil ihr Vater dort angeblich als Experte für Ausgrabungen helfen soll, wird Faith misstrauisch. Doch erst nach und nach erkennt sie die wahren Gründe für den überhasteten Umzug der Familie und entdeckt ein dunkles Geheimnis. Derweil geschehen immer mehr Unfälle und schließlich gibt es einen Toten. Faith macht sich mit naturwissenschaftlicher Neugier daran, das Rätsel zu lösen, wobei fantastische und realistische Elemente verschwimmen.

(Sabrina Miseriaud)

WAS WIR DACHTEN,
WAS WIR TATEN
Lea-Lina Oppermann

Ein Albtraum wird Wirklichkeit: Im Klassenraum steht ein maskierter Unbekannter, die Pistole auf ein unschuldiges Kind gerichtet. Dann richtet er sie auf den Lehrer und wirft ihm einen Stapel Briefe zu. Seine letzten Wünsche. Der Lehrer muss öffnen und vollziehen. Es stellt sich heraus, dass der Unbekannte jedes einzelne Mitglied der Klasse kennt – und offensichtlich Rache an jedem nehmen will. Denn die Wünsche zielen immer auf die Geheimnisse, Schwächen und Ängste der SchülerInnen. Wo soll das enden?

THIS LOVE HAS NO END
Tommy Wallach

Nein, wer hier eine kitschige Liebesgeschichte erwartet, muss leider enttäuscht werden. Liebesgeschichte ja, aber eigentlich mehr am Rande. Prinzipiell geht es mehr um die Frage nach Leben und Tod. Was ist wichtiger? Ein langes Leben oder ein kurzes, erfülltes?

Die Geschichte beginnt in einer Hotellobby in der dritten Person. Doch schon bald schwenkt der Erzähler in die Ich-Perspektive, was seiner kritischen Perspektive jedoch absolut nicht schadet.

Der 17jährige Parker, der nicht spricht, aber immer sein Notizbuch griffbereit hat, erleichtert Zelda, das Mädchen mit den silbernen Haaren, um einen fetten Packen Geld. Und vergisst dabei sein (105.) Notizbuch! Als er versucht, ihr ihr Geld im Tausch gegen sein Notizbuch zurückzugeben, behält Zelda lieber das Buch mit der Geschichte, die Parker gerade geschrieben hat. Sie schlägt ihm vor, das gesamte Geld gemeinsam auszugeben, wenn er ihr dafür verspricht, aufs College zu gehen. Und so beginnt ein aberwitziges Abenteuer, mit Shoppingtouren, Kino, Essen gehen, einer Stippvisite in der Schule, einer Halloween-Party und einer Nacht am Meer. Zelda erzählt Parker, dass sie eigentlich Griselda Toth heißt, am 19.12.1770 geboren ist und nicht altert. Was er natürlich nicht glaubt, auch wenn er sich vieles an Zelda nicht wirklich erklären kann. Während Zelda versucht, Parker vom College zu überzeugen, versucht Parker, Zelda die Lust am Leben wiederzugeben…

(Sabrina Miseriaud)

DAS LEBEN NACH BOO
Neil Smith

Boo ist dreizehn, als er plötzlich in der Schule vor seinem Spind stirbt. Nicht so überraschend, denn Boo litt an einem Herzfehler. Erstaunlicherweise erwacht er in einem Krankenbett und erfährt von seiner Pflegerin – einem dreizehnjährigen Mädchen -, dass er im Himmel ist. Im Himmel für dreizehnjährige Amerikaner*innen. Das ist interessant, und Boo ist weder besonders traurig, noch erschüttert oder gar wütend. Er beobachtet und schreibt alles auf, an seine Eltern gerichtet, die er dann doch ziemlich vermisst. Aber dann kommt plötzlich ein neuer Todesfall: Ein Junge, der in derselben Schule war wie Boo, der bei demselben Überfall ums Leben kam wie Boo. Moment – Boo fällt aus allen Wolken. Und lässt sich von Johnny hineinziehen in eine Art Rachefeldzug gegen den Todesschützen. Aber gibt es Rache im Himmel? Und was machen die beiden, sollten sie wirklich auf den Täter treffen? Und was, wenn alles nochmal ganz anders war…?

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